Einer neuen Studie zufolge könnten Cannabinoide bei HER2-positiven Tumoren wirksamer sein als Afatinib.
Eine kürzlich veröffentlichte Studie stammt vom Team um Kiattawee Chowongkomon an der Kasetsart-Universität in Thailand. Die Studie trägt den Titel „Cannabinoide als vielversprechende Inhibitoren der HER2-Tyrosinkinase: Ein neuer Weg zur Behandlung von HER2-positivem Eierstockkrebs“. Die Studie legt nahe, dass Cannabinoide, insbesondere CBD und CbgDiese Cannabinoide könnten als alternative oder zusätzliche Behandlungsoptionen für HER2-positive Tumoren eine gute Wahl sein. Sie könnten dazu beitragen, Arzneimittelresistenzen und negative Nebenwirkungen zu verringern.
Die Studie untersuchte die Wirksamkeit von Cannabidiol (CBD), Cannabigerol (CBG) und Cannabinol (CBN) bei HER2-positivem Eierstockkrebs mit Hilfe einer Methode namens „Kinase-Inhibitions-Assay, Nicoya OpenSPR“ und stellte fest, dass CBD und CBG stark an HER2-TK binden und dessen Wirkung blockieren.

HER2-positive Tumoren (z. B. Brustkrebs, Eierstockkrebs) sind sehr aggressiv und streuen häufig, da der HER2-Rezeptor abnorm aktiv ist. Sie machen etwa 15–20 % aller Brustkrebsfälle aus.8 Standardtherapien umfassen monoklonale Antikörper (z. B. Trastuzumab) und Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI, z. B. Lapatinib), die jedoch aufgrund von Resistenzen oft nicht ausreichend wirksam sind. Etwa 50 % der Patientinnen entwickeln nach der Behandlung HER2-Mutationen oder eine Umgehung der HER2-Signalaktivierung, was zu einem Fortschreiten der Erkrankung führt.
In den letzten Jahren haben Naturprodukte aufgrund ihrer Fähigkeit, verschiedene Probleme anzugehen, und ihrer relativen Sicherheit an Bedeutung gewonnen. Einige Naturprodukte, wie Cannabinoide (CBD, CBG), zeigten in kleineren Studien entzündungshemmende und proapoptotische Eigenschaften, doch ihre Wirkungsweise auf HER2-Zielstrukturen ist noch nicht vollständig geklärt. Diese Studie untersucht erstmals systematisch die Bindungseigenschaften von Cannabinoiden an HER2-TK und erforscht deren Potenzial als neue Inhibitoren.

Die SPR-Technologie spielt in vielen Bereichen eine Schlüsselrolle, von der Untersuchung der Wechselwirkungen von Molekülen bis hin zur Nutzung von Daten zur Entscheidungsfindung.
Das Team nutzte das Tool Nicoya OpenSPR, um die Bindung von CBD, CBG, CBN und Afatinib (einem gängigen Tyrosinkinasehemmer, TKI) an HER2-TK zu untersuchen. Die Ergebnisse waren überraschend: CBD bindet stark an HER2-TK mit einer Dissoziationskonstante von nur 6,16 μM, die deutlich höher ist als die von Afatinib. Auch CBG zeigt eine gute Bindungsaffinität mit einer Dissoziationskonstante von 17,07 μM und einer moderaten Affinität. Dies deutet darauf hin, dass CBD und CBG HER2-TK fest binden und so das Wachstum von Krebszellen hemmen können.

CBD (Cannabidiol, Cannabidiol) Molekulargewicht: 314,46 g/mol
CBG (Cannabigerol, Cannabis-Terpenglykol) Molekulargewicht: 316,47 g/mol
CBN (Cannabinol) Molekulargewicht: 310,43 g/mol
Afatinib (Afatinib, Kontrollmolekül) Molekulargewicht: 485,93 g/mol
Hinsichtlich ihrer Fähigkeit, bestimmte Proteine zu hemmen, zeigten Tests, dass CBG und CBD die Aktivität von HER2-TK effektiv stoppen können. In Kombination mit molekularen Docking-Studien, die die Interaktion von Cannabinoiden mit Schlüsselbereichen von HER2-TK (Leu796, Thr862, Asp863) aufdeckten, verdeutlichen diese Ergebnisse, wie Cannabinoide krebshemmende Wirkungen entfalten können. Sie interagieren mit HER2-TK, hemmen dessen Kinaseaktivität und blockieren den Signalweg.
Zusammenfassend deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass Cannabinoide, insbesondere CBD und CBG, großes Potenzial in der Behandlung von HER2-positivem Krebs besitzen. Sie können als Alternative oder zusätzlich zu konventionellen Therapien eingesetzt werden, um Resistenzen zu verringern und Nebenwirkungen zu minimieren. Die Forschung befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium. Weitere Studien sind erforderlich, um die genauen Wirkmechanismen der Cannabinoide aufzuklären und die Kombinationsbehandlung zu optimieren. Darüber hinaus sollten klinische Studien durchgeführt werden, um Sicherheit und Wirksamkeit zu bestätigen.
Diese Studie liefert neue Ansätze für die Behandlung von HER2-positiven Tumoren mithilfe der SPR-Technologie und anderer Verfahren. Zukünftig hoffen wir, Cannabinoide in klinischen Therapien einsetzen zu können, was Krebspatienten neue Hoffnung und ein neues Leben ermöglichen könnte.












