Der Anbau von Industriehanf in Deutschland erreichte 2024 einen Rekordwert, doch es bleiben Herausforderungen bestehen.

Laut den neuesten Daten des Bundesamts für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) verzeichnet die Branche weiterhin Wachstum, da der Industriesektor einen immer größeren Anteil der Fläche unter den Industrieanlagen umfasst. Hanf Der Anbau in Deutschland erreicht im Jahr 2024 einen Höchststand.
Tatsächlich erlebt die deutsche Industriehanfbranche einen Aufschwung: Die Anbaufläche wird 2024 voraussichtlich einen Höchststand erreichen. Laut den neuesten Daten des Bundesamts für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) werden derzeit insgesamt 7.116 Hektar Land für den Industriehanfanbau genutzt – ein Anstieg um 1.282 Hektar gegenüber 2023 und ein weiterer Zuwachs von 2,5 % gegenüber dem Höchststand im Jahr 2022.

Trotz der Ausweitung der Anbaufläche ist die Zahl der Betriebe, die Industriehanf anbauen, zurückgegangen. Die Zahl der Betriebe, die in diesem Jahr Hanf anbauen, ist um 40 gesunken, sodass die verbleibenden 623 Betriebe einen immer größeren Anteil der Anbaufläche bewirtschaften.
Während die Expansion eine gute Nachricht für die Branche ist, verdeutlicht sie auch eine wachsende Kluft: Immer weniger Landwirte bauen immer mehr Industriehanf an, und die Herausforderung für die Regierung bleibt darin, den Anbau von Industriehanf für kleinere oder neuere Marktteilnehmer attraktiver und wettbewerbsintensiver zu gestalten.
Die größten Anbaugebiete für Industriehanf in Deutschland befinden sich derzeit in Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, die den Großteil der deutschen Gesamtproduktion ausmachen. Niedersachsen führt mit 1.771 Hektar Anbaufläche, gefolgt von Brandenburg (1.477 Hektar) und Sachsen-Anhalt (1.046 Hektar).
Im Durchschnitt baut jeder der verbleibenden 623 Betriebe mehr als 11 Hektar Industriehanf an, wobei die durchschnittliche Anbaufläche in einigen Regionen deutlich höher liegt. So bewirtschaften beispielsweise die Betriebe in Brandenburg durchschnittlich 38 Hektar Industriehanf, verglichen mit 32 Hektar in Sachsen-Anhalt und 22 Hektar in Thüringen.
Immer attraktivere Nutzpflanzen
Industriehanf ist eine äußerst vielseitige Nutzpflanze, die in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden kann, von Textilien und Lebensmitteln bis hin zu Kosmetika und Baumaterialien. Sorten von Industriehanf mit einem Tetrahydrocannabinol-(THC-)Gehalt von unter 0,3 % sind in der Europäischen Union legal.
In Deutschland dürfen Landwirte seit 1996 zugelassene Sorten von Industriehanf anbauen. Die ökologischen Vorteile dieser Kulturpflanze machen sie zudem immer attraktiver. Industriehanf benötigt wenig bis gar keine Pestizide, verbessert die Bodenqualität und fördert die Artenvielfalt – und ist somit eine nachhaltige Option für Landwirte.
Trotz dieser Vorteile ist die Zahl der Nutzhanfbetriebe rückläufig. Das Bundeslandwirtschaftsministerium will diesem Trend entgegenwirken, indem es die Anbaumöglichkeiten erweitert und für mehr Rechtssicherheit sorgt. Mit dem Nutzhanfliberalisierungsgesetz (NLG) will das Bundeskabinett die Hürden für Landwirte abbauen, indem es die Anbaumöglichkeiten für Nutzhanf erweitert und regulatorische Unklarheiten beseitigt.
Abschluss.
Die Industriehanfbranche in Deutschland steht an einem Wendepunkt. Einerseits sind die Ausweitung der Anbaufläche und die staatliche Förderung positive Signale für die Zukunft. Andererseits verdeutlicht der Rückgang der Betriebszahlen die Herausforderungen, denen sich kleinere Erzeuger weiterhin gegenübersehen.
Da die Regierung die Gesetzesreformen zur Schaffung größerer Rechtssicherheit und zur Erweiterung der Anbaumöglichkeiten vorantreibt, dürfte die deutsche Industriehanfbranche weiter wachsen und mehr Landwirte für den Anbau gewinnen. Aktuell konzentriert sich die Branche darauf, Industriehanf zu einer attraktiven und zukunftsfähigen Kulturpflanze zu machen – sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch.












